Begriffe aus der Kinder- und Jugendpsychatrie und -psychotherapie

 

Das offiziell als „Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie" bezeichnete Fachgebiet umfasst per Definition die Erkennung, nicht-operative Behandlung, Vorbeugung und Rehabilitation von psychischen, psychosomatischen, entwicklungsbedingten und neurologischen Erkrankungen/Störungen sowie von psychischen und sozialen Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter bis hin ins junge Erwachsenenalter, einschließlich der Psychotherapie als Einzel-, Gruppen- und Familientherapie.

 

Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie:

Verfügt über ein abgeschlossenes Medizinstudium und eine mind. 5jährigen Weiterbildungszeit, von der mind. 2 Jahre im Stationsdienst abgeleistet werden müssen.

Die Bezeichnung „Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie“ wurde 1993 im Zuge der neuen Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer eingeführt und löste den 1968 eingeführten Titel „Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie“ ab.

 

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut ist eine in Deutschland seit Januar 1999 durch das Psychotherapeutengesetz gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung, die eine staatliche Zulassung zur Ausübung der Heilkunde (Approbation) voraussetzt. Die Ausbildung richtet sich auf Basis des Psychotherapeutengesetzes nach der "Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten".

 

Ein Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut hat sich nach einem abgeschlossenem Hochschulstudium der Psychologie, Pädagogik, Sozialpädagogik oder seltener der Medizin auf dem Gebiet der Psychotherapie für Kinder weitergebildet und spezialisiert. Voraussetzung für die Ausbildung zum Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten ist also ein abgeschlossenes Studium im Studiengang Pädagogik, Psychologie oder Sozialpädagogik, in manchen Bundesländern auch Sozialarbeit oder Lehramt.

Umfasst die Approbation auch die Erlaubnis zur Behandlung Erwachsener und wurde also eine dementsprechende Ausbildung nach dem PsychThG in Verbindung mit der PsychTh-APrV absolviert, so darf die Berufsbezeichnung Psychologischer Psychotherapeut geführt werden. Mediziner, die diese Ausbildung gewählt haben, werden als Ärztlicher Psychotherapeut bezeichnet.

 

Psychologischer Psychotherapeut:

Ist eine in Deutschland seit Januar 1999 durch das Psychotherapeutengesetz (PsychThG) gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung, die eine staatliche Zulassung zur Ausübung der Heilkunde (Approbation) verlangt. Es handelt sich um einen Psychotherapeuten, der sich nach abgeschlossenem Psychologiestudium als Diplom-Psychologe auf dem Gebiet der Psychotherapie weitergebildet und somit spezialisiert hat.

 

Ärztlicher Psychotherapeut:

Arzt, der eine wissenschaftlich und gleichzeitig GKV-anerkannte Richtlinienpsychotherapie-Ausbildung nachgewiesen hat. ÄP wird auch synonym gebraucht für psychotherapeutisch tätiger Arzt. Beim ÄP handelt des sich entweder um einen Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, um einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder um einen Arzt mit Zusatztitel "Psychotherapie" oder "Psychoanalyse".

 

Facharzt für Psychiatrie:

Psychiater Vgl. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Der F. ohne psychotherapeutische Zusatzausbildung behandelt vorwiegend mit Kurzgesprächen und medikamentös mit Psychopharmaka.

 

Facharzt für Psychiatrie und Neurologie:

Syn: Nervenarzt. Aufgrund seiner i.d.R. somatisch ausgerichteten Ausbildung hat der F. in vielen Fällen keine psychotherapeutische Vorbildung. Ohne psychotherapeutische Zusatzausbildung behandelt er daher überwiegend mit Kurzgesprächen und medikamentös mit Psychopharmaka.